"Es ist selten gesehen worden, daß jede explikative Begriffsanalyse der Hegelschen Methode folgt und folgen muß. Es ist einfach die Methode der sinnkritischen Begriffsentwicklung. Man beginnt dabei immer mit einem allgemeinen Vorbegriff, wenn man will, mit allgemeinsten Titelwörtern, die das Thema umreißen. Ohne sie gäbe es nichts zu analysieren. Dabei wissen wir einerseits immer schon praktisch, wie sich diese Titel auf die reale Welt beziehen. Andererseits zeigen dann Spannungen oder Widersprüche in diesem empraktischen Wissen oder auch zwischen zunächst naheliegenden Begriffsexplikationen, daß wir besserer Explikationen bedürfen. Andererseits bedürfen wir derartiger Verbesserungen nur dann, wenn die bisherigen impliziten oder expliziten Verständnisse in angebbare Probleme geraten, die es aufzuheben gilt. Die scheinbar mystischen Aussagen zur bestimmten Negation sagen also am Ende nur, daß wir uns hüten sollten, den Aufweis von Problemen, die sich in unserem Umgang mit Wörtern oder Begriffen wie zum Beispiel ‘Bewußtsein’ , ‘Seele’, ‘Geist’ oder ‘Gott’ ergeben, zum Anlaß zu nehmen, diese Ausdrücke einfach aus unserem Vokabular zu streichen. Es hilft nicht, sich einfach anderen Themen zuzuwenden. Was wir anzustreben haben, ist ein besseres Verständnis des Gebrauchs, das sich dann in einem entsprechend belehrten, bewußteren und kontrollierteren Gebrauch selbst zeigt."
Stekeler-Weithofer, Pirmin (2008): Wer ist der Herr, wer ist der Knecht? Der Kampf zwischen Denken und Handeln als Grundform des Selbstbewußtseins. In: K. Vieweg und W. Welsch (Hrsg.): Hegels Phänomenologie des Geistes. Ein kooperativer Kommentar zu einem Schlüsselwerk der Moderne.S. 210. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
![“[…] daß es Aufgabe und Pflicht des Intellektuellen ist, an geschichtlichen Möglichkeiten, die zu utopischen geworden zu sein scheinen, zu erinnern und sie zu bewahren - daß es seine Aufgabe ist, die unmittelbare Konkretheit der Unterdrückung zu durchbrechen, um die Gesellschaft als das zu erkennen, was sie ist und tut.”
Marcuse, Herbert (1966): Repressive Toleranz. In: Wolff, Robert Paul/ Moore, Barrington/ Marcuse, Herbert: Kritik der reinen Toleranz, Frankfurt am Main: Suhrkamp. (via idiosynkrasien)](http://25.media.tumblr.com/tumblr_mbn2phFnX61qjd7ero1_500.jpg)