“Hingegen nun, wenn z. B. ein Zimmer leer-wirkt, nicht etwa leer zu sein scheint. Möbel mögen in ihm so viel darinstehen, wie für seinen Zweck erforderlich ist; gleichwohl wirkt es leer oder etwa öde, kahl, oder erweckt es den Eindruck-von-Leere, von Kahlheit. Das so-Wirken des Zimmers ist dann unmittelbar das Sein des Zimmers und zwar das Sein desselben im Sinne eines gewissen Daseins. Das leer-Wirken ist die Weise, in der das Zimmer da ist; es ist die Weise oder das Wie seines Seins. Das Zimmer ist da sozusagen auf leere oder in leerer Weise; leer ist insofern Adverb dieses Daseins und Seins. Jedoch es ist nicht so, als sei das Zimmer zunächst einmal sozusagen
von sich aus da, und sodann beurteilten wir (ich oder du) sein Sein als ein so oder so sich vollziehendes; nicht so also ist es, wie allerdings doch z .B. jemand zunächst einmal von sich aus ein Gedicht aufsagt und sodann wir finden, daß er es gut vorgetragen hat. Vielmehr: nur insofern und nur indem das Zimmer in dieser oder in jener Weise da ist, ist es da oder einfach ist es. Man kann dies letzte dahin ausdrücken, daß es nur bedingterweise da ist, nämlich bedingt durch das Wie des Daseins; und dieses Bedingtsein ist definitiv für das in Frage stehende Sein.”
König, Josef (1937): Sein und Denken. Studien im Grenzgebiet von Logik, Ontologie und Sprachphilosophie. S. 27-28. Halle/Saale: Max Niemeyer Verlag.
(Source: penismonolog)